Beschaffungspraktiken | 103-1, 103-2, 103-3

Managementansatz

Ein wirksames Management ökologischer und sozialer Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette ist der Schlüssel zur Sicherung qualitativ hochwertiger Rohstoffe, zur Bereitstellung nachhaltiger Produkte für unsere anspruchsvollen Kunden sowie zur Gewährleistung ethischer Geschäftspraktiken. Unser langfristiges Ziel ist es, alle Rohstoffe aus nachhaltigen, verantwortungsvollen Quellen und im Einklang mit den UN Sustainable Development Goals zu beziehen. Vor dem Hintergrund der hohen Komplexität zahlreicher Materialflüsse innerhalb unseres Rohstoffportfolios ergeben sich in der betrieblichen Praxis zahlreiche Herausforderungen, die zur Erreichung unserer Beschaffungsziele bewältigt werden müssen. Dazu gehört z.B. das Schlie├čen bestehender Informationslücken bezüglich der Rohstoffherkunft sowie nachhaltigkeitsrelevanter Details von Rohstoffgewinnungs- und Verarbeitungsprozessen, welche zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unerlässlich sind.

Mithilfe eines systematischen Lieferantenmanagements und in Einklang mit unserer Sustainable Sourcing Policy stellen wir sicher, dass Lieferanten unsere umfassenden Nachhaltigkeitsstandards einhalten: So müssen neue Lieferanten sowohl Angaben zu ihrem Nachhaltigkeitsprogramm, zur übernahme ökologischer und sozialer Verantwortung in ihrer Lieferkette und zur Berücksichtigung ethischer Standards machen.

Wir fordern die Wahrung der allgemeinen Menschenrechte, den Verzicht auf jegliche Form der Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Darüber hinaus erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie ihren Mitarbeitern das Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen zugestehen, mindestens die gesetzlichen Vorgaben zu Arbeitszeiten und Entlohnung ihrer Mitarbeiter einhalten und sich eindeutig gegen Diskriminierung und Misshandlung bekennen.

Ebenso fordern wir von unseren Lieferanten, Ressourcen zu schonen, Emissionen in Atmosphäre, Böden oder Gewässern konsequent zu vermeiden und zu verringern, sich für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität zu engagieren und Umweltrisiken wirksam vorzubeugen.

Diese Standards sind Teil unseres konzernweiten Risikomanagements. Im Rahmen dessen nehmen wir systematische Risiko- und Performancebewertungen aller Lieferanten auf der Grundlage wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte vor.

Die Nachhaltigkeitsleistung von Rohstoffen und Produkten bewerten wir mit einem eigens dafür entwickelten Sustainability Scorecard System, welches internen und externen Stakeholdern zur besseren Entscheidungsfindung in Richtung verbesserter Nachhaltigkeit dient. Gleichzeitig arbeiten wir mit Multistakeholderinitiativen, wie z.B. SEDEX oder der Sustainable Agriculture Initiative, um die Nachhaltigkeitsleistung entlang der Lieferkette wirksamer steuern zu können. Dasselbe gilt für unseren Ansatz der Rückwärtsintegration: Im Hinblick auf wichtige Kernkompetenzen haben wir die Standorte unserer internationalen Produktionsstätten gezielt anhand der lokalen Verfügbarkeit der hauptsächlich eingesetzten Rohstoffe gewählt. Wir kaufen dort nicht nur unsere Rohstoffe, sondern sind in die lokale Wirtschaft integriert, produzieren dort und schaffen Wert. Durch diesen Ansatz unterstützen wir lokale sozioökonomische Strukturen und können direkt die Einhaltung unserer ethischen und ökologischen Prinzipien bestmöglich überwachen und steuern (siehe auch die Managementansätze zu Umweltbewertungen der Lieferanten, Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit, Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte sowie Soziale Bewertung der Lieferanten).