Nachhaltigkeit & Verantwortung*

Mit unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllen wir die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) in der Fassung der „GRI Standards“ (2016). Wir folgen dabei dem höchsten Anwendungslevel „In Übereinstimmung – Umfassend“ und legen damit zu allen wesentlichen Themen vollständig Rechenschaft ab. Als aktives Mitglied des Global Compacts leiten uns zudem deren universelle Prinzipien für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als auch die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen – die Sustainable Development Goals (SDGs). Zu deren Erreichung wollen wir nach Kräften bei­tragen.
Unseren strategischen Ansatz sowie die Managementkonzepte unserer wesentlichen Themen stellen wir im nachfolgenden Kapitel dar und erfüllen damit die Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungs­gesetzes (CSR-RUG). Alle quantitativen und qualitativen Transparenzinformationen stellen wir hingegen gesammelt in unserer Online-Nachhaltigkeitsbilanz zur Verfügung. Alle Informationen wurden gemäß dem AA1000 Assurance Standard einer externen Prüfung unterzogen.

* Gesonderter nichtfinanzieller Bericht gemäß § 289b Abs. 3 HGB

Integriertes Nachhaltig­keits­management

Mit unserem Geschäftsmodell tragen wir zur Erfüllung mensch­licher Grundbedürfnisse nach Gesundheit, Ernährung, Pflege und Wohlbefinden bei (siehe Unser Unternehmen). Dabei ist es ­unserer Meinung nach entscheidend, auf welche Art und Weise unser Unternehmen wächst und erfolgreich ist. Viele der ­herkömmlichen Produktionsprozesse unserer Branche sind energieintensiv, setzen potenziell klimaschädliche Emissionen frei und nutzen wertvolle natürliche Ressourcen. Gleich­zeitig sind wir für innovative und nachhaltige Produkte auf eine neue Generation gut ausgebildeter Mitarbeiter ebenso wie auf eine reichhaltige Artenvielfalt angewiesen, aus der wir Kreativität und Inspiration schöpfen können.

Wir sind der Überzeugung, dass nur eine erweiterte Betrachtung über enge Unternehmensgrenzen hinaus unser Wachstum langfristig sichert, unsere Effizienz steigert und uns dazu befähigt, unser innovatives und nachhaltiges Produktport­folio weiter zu entwickeln. Unsere integrierte Unternehmensstrategie wird deswegen gestützt von den vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda: Footprint, Innovation, Sourcing und Care. In diesen Bereichen wollen wir die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit konsequent minimieren und unseren gesellschaftlichen Mehrwert steigern. Dabei ­tragen wir aktiv zur Erreichung der Sustainable Development Goals bei.

Minimierung unseres ökologischen Fußabdrucks entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Maximierung des sozialen und ökologischen Mehrwerts unserer Produkte

Maximierung der Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette und bei der Beschaffung von Rohstoffenvon Rohstoffen

Schaffen bleibender Werte für unsere Mitarbeiter und unsere Standortgemeinden

Organisation und Umsetzung

Das Symrise Sustainability Board ist das globale und geschäftsbereichsübergreifende Gremium, mit dessen Hilfe Nachhaltigkeitsprinzipien stärker in unsere Kernprozesse integriert werden. Unter dem Vorsitz des Chief Sustainability Officers (CSO) kommen in diesem Rahmen mehrmals jährlich Vertreter des Managements zusammen, um sicherzustellen, dass nachhaltigkeitsrelevante Themen und Belange wichtiger Anspruchsgruppen in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt werden.

Das Sustainability Board beschließt die Nachhaltigkeitsziele, die direkt in den jeweiligen Geschäftsbereichen umgesetzt werden. Zu diesem Zweck haben Vorstand und Sustainability Board Nachhaltigkeitsverantwortliche für die Geschäftssegmente Flavor, Nutrition sowie Scent & Care und je einen Vertreter der Stabsabteilungen Personal, Finanzen / Investor Re­lations und Corporate Communications benannt. Die direkte Verantwortung für die Strategie liegt beim Vorstandsvor­sitzenden der Symrise AG, dem kontinuierlich über den Fortschritt aller Nachhaltigkeitsaktivitäten berichtet wird.

Nachhaltigkeit in den Unternehmensprozessen steuern wir über unser integriertes Managementsystem. Es basiert auf den internationalen Standards zu Qualität (ISO 9001), Umwelt (ISO 14001), Arbeitsschutz (OHSAS 18001), Nachhaltigkeit (ISO 26000), Energie (ISO 50001), sozialer Verantwortung (SA 8000), den allgemein anerkannten Auditstandards der Global Food Safety Initiative (GFSI) sowie weiteren lokal anerkannten Standards.

Führungskräften aus allen Bereichen kommt eine besondere Verantwortung zu, das Thema Nachhaltigkeit in ihren Teams zu operationalisieren und konkrete Ziele zu setzen. Durch die Vereinbarung von konkreten Nachhaltigkeitszielen für alle Führungskräfte und deren Integration in die individuellen Zielvorgaben treiben wir unseren Nachhaltigkeitsansatz ­konsequent voran. Zur Verankerung des Themas innerhalb der Organisation und bei allen Mitarbeitern führen wir an unseren Standorten regelmäßig verschiedene Aktionen durch, wie beispielsweise den Symrise Nachhaltigkeitstag, bei dem Mit­arbeiter / -innen durch verschiedene praktische Beispiele vorstellen, wie nachhaltige Entwicklungsprozesse in den je­weiligen Abteilungen bei Symrise angestoßen und umgesetzt werden.

Unsere wesentlichen Themen

Die Bewertung unserer wesentlichen Themen basiert auf un­serem Ansatz „Sharing Values“, bei dem wir Nachhaltigkeits­aspekte und Handlungsfelder nach ihrem „Wert für die Ge­sellschaft“ und „Wert für Symrise“ beurteilen und so die Themen mit dem größten Potenzial für eine gemeinsame Wert­schaffung identifizieren. Dabei bewerten wir zum einen die Bedeutung der Themen für unser Geschäft und berücksichti­gen zum anderen mögliche positive wie negative Auswirkun­gen unserer Geschäftstätigkeit auf Mensch und Umwelt.

Die kritische Überprüfung unserer Wesentlichkeitsanalyse 2017 führte das Sustainability Board durch. Aufgrund der ­Erweiterung unserer kooperativen Aktivitäten mit Kunden, NGOs und Lieferanten auf Madagaskar, in Brasilien und in ­einem geringen Maße in vielen Ländern der Welt haben wir das Thema „Partnerschaften“ neu aufgenommen. Das Thema „Effiziente Rohstoffnutzung“ wird auf der anderen Seite nicht mehr als einzelnes Thema geführt, sondern wurde wegen der großen inhaltlichen Überschneidung in dem Thema „Ressourcenschonung“ zusammengefasst.

Bei den Themen „Emissionsreduzierung“, „Verwendung nachwachsender Rohstoffe“, „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“ sowie „Einhaltung von Menschenrechten“ wurde im Berichtsjahr eine geringfügig höhere Bedeutung für die Wertgenerierung bei Symrise identifiziert. Bei den beiden letztgenannten Themen konnten wir zudem eine höhere Bedeutung für die Gesellschaft feststellen. Einen deutlichen höheren Wert für die Gesellschaft erkannten wir beim Thema „Reduktion der Lärm- und Geruchsemissionen“. Eine geringere Bedeutung für Symrise wurde dafür dem Thema „Nachhaltige Forstwirtschaft“ zugeschrieben: Nach erfolgreicher Akquisi­tion der Pinova Holdings 2016 und der Integration des Themas „Nachhaltige Forstwirtschaft“ in das Symrise Nachhaltigkeitsmanagement sind für dieses Thema nun entsprechende Regelprozesse etabliert. Die anderen Themen wurden in ihrer Relevanz bestätigt.

Neben der strategischen Orientierung dient uns die Identifi­kation wesentlicher Themen gleichzeitig zur Strukturierung ­unserer Berichterstattung gemäß den GRI Standards: Zu ­Themen, denen ein hoher Wert sowohl für Symrise als auch für die Gesellschaft zugeordnet wurde, berichten wir vollständig. Über Themen, die eine hohe Relevanz in nur einer Dimension aufweisen, berichten wir mit mindestens einem ­Indikator. Über unsere Nachhaltigkeitsleistungen und Kennzahlen legen wir in unserer Online-Nachhaltigkeitsbilanz umfangreich Rechenschaft ab.

Aspekte nach CSR-RUG Zuordnung der wesentliche Themen
Umweltbelange
  • Exzellenz in der Supply Chain
  • Emissionsreduzierung
  • Ressourcenschonung
  • Biodiversität
Arbeitnehmerbelange
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • Vielfalt und Chancengleichheit
Sozialbelange
  • Innovative und nachhaltige Produktlösungen
  • Tierwohl
  • Gewährleistung höchster Qualität und Produktsicherheit
  • Anlagensicherheit
Achtung der Menschenrechte
  • Verantwortungsvolle Beschaffung
  • Einhaltung von Menschenrechten
Bekämpfung von Korruption
und Bestechung
  • Compliance
  • Transparenz und Glaubwürdigkeit

Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Fokus

Als weltweit tätiges Unternehmen sieht sich Symrise in der Verantwortung, aktiv zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen beizutragen. Um sowohl die Relevanz der einzelnen Ziele als auch die Einflussmöglichkeiten von Symrise zu bestimmen, haben wir im Berichtszeitraum unsere bestehende Bewertung überarbeitet. Die dargestellte Grafik ­visualisiert, zu welchen Zielen wir durch eine verantwortungsvolle Geschäftspraxis schwerpunktmäßig einen Beitrag leisten können und zeigt den Zusammenhang mit unseren wesentlichen Themen.

Management der wesentlichen Themen

Compliance

Korruption, Bestechung und unethisches Geschäftsverhalten können zu einem direkten volkswirtschaftlichen Schaden führen. Die negativen Auswirkungen reichen dabei von Verzerrung der internationalen Wettbewerbsbedingungen, Repu­tationsschäden und der Abschreckung von Investoren bis hin zur Zahlung von Geldstrafen. Auch die sozialen oder ökologischen Folgen können teilweise erheblich sein, wenn dadurch staatliche Mittel zweckentfremdet werden, die wirtschaft­liche Entwicklung untergraben oder soziale Ungleichheit verstärkt wird. Im Rahmen des SDG 16 werden deswegen effek­tive, transparente und rechenschaftspflichtige Institutionen gefordert.

Symrise ist der Überzeugung, dass nur ein klar abgesteckter und transparenter Rahmen des erlaubten und nicht erlaubten Handelns den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg gewährleistet. Der Group Compliance­ Officer sowie die Innenrevision berichten funktional direkt an den Finanzvorstand. Dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichten der Group Compliance­ Officer und die Innenrevision regelmäßig in jeder Sitzung dieses Gremiums. Symrise verfügt über ein integriertes Compliance Management-System, in dem wir nachhaltige, ­risiko-­ und werteorientierte sowie rechtliche als auch ethische Aspekte und Regeln zusammengeführt und zum Leitbild un­seres geschäftlichen Handelns gemacht haben. Wir agieren aus dem Selbstverständnis und der Überzeugung heraus, dass die Einhaltung dieser Grundregeln einen unabdingbaren und nicht verhandelbaren Bestandteil unserer Symrise Identität darstellt.

Unsere verbindlichen Compliance-Grundsätze sind in un­serem Verhaltenskodex festgehalten, der ein Leitbild für alle ­Beschäftigten bildet. Die Grundsätze gelten für alle Länder ungeachtet ihrer kulturellen Gepflogenheiten. Der Kodex behandelt ethische und rechtliche Herausforderungen am Arbeitsplatz, in Geschäftsbeziehungen und in der Handhabung von Informationen. Um die Einhaltung aller Compliance-Vorgaben kontinuierlich sicherzustellen, wird der Schulungsbedarf regelmäßig ermit­telt und es werden geeignete Schulungen durchgeführt. Neben herkömmlichen Präsenzschulungen kommen überwiegend internetbasierte Schulungen zur Anwendung.

Im Interesse aller Beschäftigten und des Unternehmens analysieren wir Verstöße gegen unseren Kodex unmittelbar und ­beseitigen deren Ursachen. Für den Fall eines Verstoßes gegen ethische und rechtliche Standards haben wir durch das Group Compliance-Office eine Integrity Hotline installiert, über die alle Symrise Mitarbeiter weltweit anonym und in ihrer Mutter­sprache Verstöße melden können. Fehlverhalten verfolgen wir konsequent im Rahmen der jeweils geltenden nationalen Rechtsvorschriften.

Weitere Informationen zu unserer Compliance-Organisation sowie zu möglichen Risiken, die sich auf unser Unternehmen auswirken könnten, beschreiben wir im Finanzbericht auf den Seiten 143/144 und 41.

Transparenz und Glaubwürdigkeit

Transparenz und Glaubwürdigkeit sind die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Marktwirtschaft und eine nachhaltige Entwicklung. Intransparente Geschäftsprozesse und -praktiken bergen das Risiko für Fehlentscheidungen und -investitionen und können erhebliche gesellschaftliche Kosten verursachen. Wie in SDG 16 dargelegt, besteht des­wegen seitens Politik, Investoren, Kunden, Mitarbeitern, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und anderen Stakeholdern ein berechtigtes Interesse nach größtmöglicher Transparenz bezüglich der Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse von Unternehmen.

Der Dialog mit unseren Stakeholdern wird themenspezifisch teils auf Corporate-Ebene, teils auf Ebene der Geschäftsbereiche geführt und verantwortet und von Corporate Sustainability zusammengeführt. Der Symrise Code of Conduct besitzt hierfür Leitfunktion: Er regelt die Umgangsformen mit den wesentlichen Partnern von Symrise und stellt transparente und vertrauenswürdige Prozesse sicher. Die Auswahl der einbezogenen Stakeholder richtet sich nach den Empfehlungen des AA1000 Stakeholder Engagement Standards, auf dessen Basis wir 2014 erstmals unsere Stakeholderinteraktionen analysiert und bewertet haben. Die Stakeholderbewertung wird mindestens einmal jährlich wiederholt.

Eine Vielzahl interner und externer Formate und Kanäle erlaubt Symrise einen regen Dialog mit seinen Anspruchsgruppen. Im ständigen Austausch mit unseren Mitarbeitern, zum Beispiel durch regelmäßige Feedbackgespräche, erhalten wir wichtige Anregungen zu Verbesserungen. Unsere Stärken und Schwächen lassen wir im Rahmen einer regelmäßigen Mitarbeiterbefragung bewerten.

Mithilfe der SEDEX-Plattform stehen wir darüber hinaus seit 2011 mit zahlreichen Rohstofflieferanten zu ethischen Themen im Dialog. Unsere Kunden und Investoren informieren wir weltweit mit Roadshows und Innovationstagen über ak­tuelle Entwicklungen unseres Unternehmens.

Die Anliegen der Anwohner an unseren Standorten nehmen wir ernst und informieren diese im Rahmen von Informa­tionsveranstaltungen und regelmäßig erscheinenden Nachbarschaftszeitungen. Außerdem haben wir eine ständige Umwelt-­Rufbereitschaft eingerichtet.

Mit NGOs stehen wir nicht nur im regelmäßigen Informationsaustausch, sondern haben darüber hinaus zu spezifischen Themen wie Biodiversität strategische Partnerschaften geschlossen, wie zum Beispiel mit der GIZ, der Rainforest ­Alliance oder der UEBT, um nachhaltigen Wert für die Gesellschaft und Umwelt zu erzeugen. Die auf diesen Wegen er­fassten Erwartungen unserer Stakeholder geben uns wichtige Impulse und stellen die Basis für unsere Arbeit dar.

Footprint

Biodiversität

Die globale Artenvielfalt ist für Symrise als Quelle von Inspiration und natürlichen Rohstoffen unabdingbar, um stetig neue Aromen und Düfte zu kreieren. Nicht-nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster führen jedoch zu einer anhaltenden weltweiten Verringerung der biologischen Vielfalt. Die wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität sind indirekter Natur und in den Lieferketten – insbesondere bei der Rohstoffgewinnung – zu verorten. Potenziell gehören hierzu die Übernutzung von Wildpopula­tionen oder nicht-nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Anbaumethoden oder Aquakulturen. An den eigenen Produktionsstandorten ergeben sich Auswirkungen beispielsweise durch Flächenversiegelung oder Luft- und Gewässeremissionen. Im Rahmen von SDG 14 und 15 werden ­dabei konkrete Erwartungen an Unternehmen formuliert.

Das Thema Biodiversität wird bei Symrise themenspezifisch teils auf Corporate-Ebene, teils auf Ebene der Geschäftsbereiche geführt und verantwortet, von Corporate Sustainability zusammengeführt und mehrmals jährlich direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Der Schutz der Artenvielfalt ist Teil unserer Umweltstrategie und unseres Umweltmanagements. Seit 2017 ist Symrise Unterzeichner des „Business & Biodiversity Pledge“ zu nachhaltigem Wirtschaften in Einklang mit den Kernzielen der UN Biodiversitätskonvention sowie Mitglied in der „Biodiversity in Good Company“ Initiative, einem branchenübergreifenden Zusammenschluss von Unternehmen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt.

Der wichtigste Hebel unseres Unternehmens zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität besteht in einer ökologisch und ethisch verantwortungsvollen Beschaffungspraxis. Im Rahmen gezielter Interventionsprojekte, wie in der Amazonasregion oder auf Madagaskar, engagieren wir uns direkt für den Erhalt der Biodiversität, beispielsweise durch Aufforstungsprojekte oder die Einführung nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbaumethoden. Durch die gezielte Anwendung von Nachhaltigkeitsstandards und Zertifizierungen, die den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität ­explizit berücksichtigen (zum Beispiel Rainforest Alliance oder UEBT), wird unsere Nachhaltigkeitsleistung extern verifiziert.

Symrise bewertet den Biodiversitätsreichtum und ökologische Stressfaktoren in den Ursprungsländern natürlicher Rohstoffe sowie den Gefährdungszustand jener Arten, aus denen unsere strategischen Rohstoffe gewonnen werden. Aufgrund unseres stabilen Kunden- und Produktportfolios werden derzeit noch einige wenige Rohstoffe, die aus bedrohten Arten (gemäss IUCN-Red-List oder CITES-Definition) gewonnen werden, eingesetzt. Durch entsprechende Nachhaltigkeitsnachweise, eine strikte Verwendungskontrolle sowie effiziente Produktionsprozesse und nicht zuletzt durch die Entwicklung geeigneter Rohstoffalternativen konzentrieren wir uns darauf, negative Biodiversitätsauswirkungen zu vermeiden und zu minimieren und eine nachhaltige Nutzung entsprechender Arten zu gewährleisten. Artenveränderungen innerhalb von Ökosys­temen, die relevant für die Rohstoffgewinnung durch unsere Lieferanten sind, können durch Symrise nicht direkt überwacht werden. Unsere Lieferanten sind jedoch angehalten, potenziell negative Auswirkungen auf die Biodiversität konsequent zu vermeiden oder zu minimieren.

Ressourcenschonung und Exzellenz in der Supply Chain

Die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Umwelt reichen von der Rohstoffbeschaffung und -verarbeitung über die Produktentwicklung und Produktion bis hin zur Logistik. Für unsere Herstellungsprozesse verbrauchen wir natürliche Ressourcen in Form von Rohstoffen und Energieträgern. Zudem können durch unsere Geschäftsaktivitäten auch Verschmutzungen für Luft, Boden und Wasser entstehen. Im Rahmen von SDG 12 werden deswegen Ziele an Wirtschaftspraktiken formuliert, welche die natür­lichen Grenzen des Planeten respektieren.

Im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems kontrol­lieren und bewerten wir die gesamte Wertschöpfungskette. An jedem Standort ist ein Senior Manager für das Umwelt­management zuständig. Ziel ist es, die Auswirkungen der Ak­tivitäten, Produkte und Serviceleistungen auf die Umwelt im Rahmen eines standortspezifischen Umweltprogramms und im Einklang mit nationalen und lokalen gesetzlichen ­Bestimmungen und Vorschriften zu vermeiden beziehungsweise zu verringern.

Unser Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Umweltauswirkungen konsequent zu vermeiden oder zu verringern und Risiken vorzubeugen. Unsere Produktionsstandorte mit den höchsten potenziellen Umweltauswirkungen sind entweder in Ländern mit einer strengen Umweltregulierung und/oder besitzen ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Zusätzlich werden als Mindeststandard die Anforderungen von SMETA 4 Pillar eingehalten und regelmäßig extern verifiziert. Alle deutschen Standorte verfügen darüber hinaus über ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem.

Eine effiziente Rohstoffnutzung steht auch im Mittelpunkt der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Herstellungs­prozesse. So entwickeln wir beispielsweise eigene Technologien wie unser patentiertes SymTrap® Verfahren. Damit können wir geschmacksaktive Komponenten vollständig aus den Seitenströmen der Rohstoffverarbeitung herauslösen und so eine maximale und gleichzeitig energiesparende Ressourcenausbeute erzielen.

Dass Effizienzsteigerungen nicht nur Umweltauswirkungen, sondern zugleich Kosten reduzieren, stellt zudem unsere Initiative Symchronize™ unter Beweis. Durch dieses gemeinsam mit Kunden entwickelte, integrierte Supply Chain-Management identifizieren wir entsprechende Ansatzpunkte und Potenziale, um unseren Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauch sowie unsere Emissionen zu reduzieren. Im Rahmen unseres Total Productive Maintenance-Programms binden wir dabei gezielt unsere Mitarbeiter ein und lernen von ihren Vorschlägen.

Für weitere Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.

Reduktion von Emissionen

Wie andere produzierende Unternehmen verursacht Symrise direkte und indirekte Treibhausgas-Emissionen, die die Durchschnittstemperatur der Erde ansteigen lassen. Dies hat weitreichende Folgen für Mensch und Natur: Gebiete, die versteppen und verwüsten, eine Zunahme an Überschwemmungen und damit verbundene Hungersnöte und Flüchtlingsbewegungen. Für Symrise führt der Klimawandel zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie klimabezogenen Kosten, beispielsweise durch den Handel mit Emissions-Zertifikat. Zudem könnten Reputationsschäden zu Geschäftsverlusten führen. Zugleich bietet der Klima­wandel aber auch Chancen, etwa durch den vermehrten Einsatz effizienter Technologien, die auch Kosten sparen. ­Aufgrund der Dringlichkeit der Klimaproblematik werden im Rahmen von SDG 13 umgehende Maßnahmen zum Klimaschutz gefordert.

Das Thema Emissionsreduktion verantwortet Corporate Sustainability, unterstützt vom Sustainability Board. Das Sustain­ability Board trifft sich mehrmals pro Jahr und diskutiert, bewertet und berichtet klimabezogene Daten und Entwicklungen. Ziele und Programme werden vom Sustainability Board fest­gelegt und schließlich vom CEO genehmigt. Unternehmens­bezogene Risiken und Chancen in Bezug auf den Klimawandel werden mindestens halbjährlich vom Risikomanagement ­bewertet und an den Vorstand berichtet.

Die Reduktion von klimaschädlichen Emissionen ist Teil ­unserer Umweltstrategie und unseres Umweltmanagements (siehe Ressourcenschonung und Exzellenz in der Supply Chain). Unsere Fortschritte im Bereich Emissionsreduzierung stellen wir unter anderem durch die Teilnahme an der un­abhängigen Investoreninitiative CDP jährlich unter Beweis. Symrise erfasst den CO2-Ausstoß seiner betrieblichen Tätig­keiten nach dem international anerkannten Greenhouse Gas (GHG) Protocol Corporate Standard. Wir berichten dabei zu Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen) und Scope 3 (weitere indirekte Emissionen).

2017 hat sich Symrise im Rahmen der Science Based Targets-­Initiative verpflichtet, seine absoluten Treibhausgas-Emis­sionen bis 2030 um 17,5 % zu reduzieren. Darüber hinaus will Symrise erreichen, dass die Zulieferer, die Rohstoffe im Umfang von insgesamt mindestens 80 % des Einkaufsvolumens liefern, sich bis 2020 zu eigenen Klimazielen und Reduktionsmaßnahmen verpflichten.

Für weitere Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.

Innovation

Innovative und nachhaltige Produkte

Mit unseren Produkten schaffen wir Geschmacks- und Duft­erlebnisse und tragen zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Unsere Aromen, Wirkstoffe, Parfümöle und sensorischen Lösungen sind in der Regel zentrale funktionale Bestandteile in den Endprodukten unserer Kunden. Dabei liegt die Herausforderung darin, Produkte zu entwickeln, die sowohl unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen von Konsumenten entsprechen als auch gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden und die Gesellschaft schaffen können. Dabei können wir aktiv die Erreichung der Ziele bezüglich Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), nachhaltigem Konsum (SDG 12) und Klimaschutz (SDG 13) unterstützen.

Die drei Segmente von Symrise verfolgen aufgrund der un­terschiedlichen spezifischen Anforderungen der Märkte und Kunden eigene Aktivitäten in der Forschung & Entwicklung (F&E). Gleichzeitig wird darauf ­geachtet, Technologien, Verfahren und Erkenntnisse für alle Segmente verfügbar zu machen, um Synergien zu erzielen. Weltweit bestehen mehrere F&E-Zentren, um so die regionalen Aktivitäten der Segmente optimal zu unterstützen.

Unsere F&E-Strategie zielt darauf ab, die einzelnen Bausteine der Produktentwicklung wie Markt- und Konsumentenforschung, F&E sowie Kreation im gesamten Konzern zu vernetzen. Sämtliche Forschungs­aktivitäten sind kunden-, markt- und nachhaltigkeitsorientiert. Neue Produkte und Technologien werden frühzeitig durch eine enge Anbindung der F&E an Marketing und Anwendungsbereiche, Einkauf und Fertigung, Produktentwicklung sowie Qualitätssicherung und ­Fragestellungen im regulatorischen Bereich auf Umsetzbarkeit, Nachhaltigkeitsaspekte und Rentabilität geprüft.

Innovative und nachhaltige Produktlösungen erreichen wir durch einen Fokus auf Grüne Chemie, natürliche Rohstoffe, Ressourceneffzienz in der Produktion, fortschrittliche Technologien und intelligente Vernetzung. Für jede strategische Produktgruppe erarbeiten wir ein individuelles Nachhaltigkeitskonzept. Mit unserer Product Sustainability Scorecard können wir die Auswirkungen jedes einzelnen Inhaltsstoffs unserer Produkte entlang der Wertschöpfungskette erfassen. Dadurch ermöglichen wir unseren Kunden, im Vergleich zu verfügbaren Alternativen, den umweltfreundlichsten Weg einzuschlagen.

Der Anteil natürlicher Rohstoffe an unserem Portfolio ist insbesondere durch den Zukauf von Diana weiter gestiegen. Eine vollständige Umstellung auf natürliche Rohstoffe streben wir jedoch nicht an – sie würde in vielen Fällen komplexe soziale und ökologische Folgewirkungen mit sich bringen. Zum einen wird in der Herstellung synthetischer Rohstoffe meist weniger Energie und Wasser benötigt als beim Anbau, der Ernte und dem Transport der natürlichen Variante. Zum anderen steht eine stärkere Nutzung natürlicher Rohstoffe häufig in Flächenkonkurrenz mit der Lebensmittelproduktion und gefährdet den Erhalt von Biodiversität durch Monokulturen. Im Fall von synthetischem Menthol – das Symrise bereits seit über 30 Jahren herstellt – ist der CO2-Fußabdruck etwa zehn Mal niedriger als bei Menthol aus echter Pfefferminze.

Für weitere Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.

Gewährleistung höchster Qualität und Produktsicherheit

Die Produkte von Symrise werden vom Endverbraucher als Duft- und Geschmacksstoffe, kosmetische Grund- und Wirk­stoffe oder in Form funktionaler Inhaltsstoffe angewendet oder konsumiert. Nur wenn die Sicherheit und gleichbleibende Qualität der Produkte höchste Priorität hat, können gesundheitliche Risiken für Menschen und Tiere ausgeschlossen werden. Für Symrise wären Qualitätsmängel mit Rückrufaktionen und entsprechenden Umsatzeinbußen und Reputations­schäden verbunden. Die Bedeutung des Gesundheitsschutzes bei Produkten ist auch wichtiger Bestandteil von SDG 12.

Die Produktsicherheit ist bei Symrise im Bereich Quality & Regulatory organisiert. Der Berichtsweg verläuft über Global Operations zum CEO. Globale Grundlage für den verant­wortungsvollen Umgang mit Produkten und Produktions­prozessen sind unsere Produktsicherheitspolitik und die Good Manufac­turing Practice (zu Deutsch „Gute Herstellungspraxis“). Diese Richtlinien dienen der Qualitätssicherung bei Produktions­abläufen und in der Produktionsumgebung und gelten für die Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen sowie von Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln. ­Inhaltlich werden sie durch die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelgesetzgebung definiert. Viele der Anforderungen sind produktgruppen­übergreifend – wie Qualitätsanforde­rungen, eindeutige Produktkennzeichnungen oder Hygieneanforderungen. Un­abhängige Auditierungen und anerkannte Zertifizierungen unterstützen uns dabei, stets höchste Standards zu wahren und diese transparent nachzuweisen.

Das Umfeld der weltweiten Registrierung und Regulierung von Chemikalien verändert sich signifikant. Das Tempo der Ver­änderungen hat sich sogar noch beschleunigt, da weitere Länder Ergänzungen ihrer chemischen Inventare vorgenommen haben. Die Kontrollmaßnahmen verlangen besondere Sorgfalt, um die Erfüllung der Anforderungen auf allen Ebenen des ­Entwicklungsprozesses sicherzustellen. Schwellenländer führen eigene Gesetzgebungen ein, die sich an der europäischen REACH-­Verordnung orientieren. Die regulatorischen Umsetzungen beispielsweise in Brasilien, Indien und Süd­afrika sind so unterschiedlich, dass sie keinen standardisierten Ansatz erlauben, sondern ein individuelles Management und eine enge Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den jeweiligen Ländern erfordern. In der EU wurden Änderungen in der Liste der Aromastoffe wirksam. Für 20 Aromastoffe wurden Anwendungsbeschränkungen nach der Verordnung (EU) 2017/378 erlassen und ein Stoff wurde durch die Verordnung (EU) 2017/1250 von der Liste gestrichen. Im Rahmen der Be­wertung von Tierfutterzusatzstoffen wurden die ersten etwa 150 Aromastoffe in die neue Positivliste der EU aufgenommen. Die Meldepflichten im Zusammenhang mit der Reform des amerikanischen Toxic Substances Control Act (TSCA), die die Europäische Chemikalienverordnung REACH zum Vorbild nehmen, sind ein Beispiel für die weltweite, starke Zunahme der Chemikalienkontroll­regelungen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen, da immer mehr Länder und Regionen Kontrollre­gelungen für den sicheren Umgang mit Chemikalien einführen. Im Jahr 2017 hat die Kundennachfrage nach Transparenzini­tiativen zugenommen. Von unseren Kunden wird erwartet, dass sie die Inhaltsstoffe ihrer Produkte offenlegen. Dies zwingt die Duftstoffindustrie, die traditionell ihre Rezepturen geheim hält, zu einem Umdenken. Symrise hat dabei sowohl auf Verbandsebene als auch direkt bei den Kunden eine Vorreiterrolle eingenommen.

Sourcing

Verantwortungsvolle Beschaffung

Für unsere weltweit etwa 30.000 Produkte verwenden wir rund 10.000 verschiedene natürliche und synthetische Rohstoffe aus über 100 Ländern. Entsprechend stehen wir hier vor vielfältigen Herausforderungen, die von negativen ökologischen Auswirkungen bei der Rohstoffbeschaffung bis hin zur Wahrung von Sozialstandards in Ländern mit zum Teil problematischen soziopolitischen Bedingungen reichen. Die Gründe hierin liegen nicht zuletzt in einer mangelnden Transparenz, hohen Komplexität von Materialflüssen und unterschiedlichen Zielsetzun­gen der beteiligten Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Durch Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Beschaffung können wir zur Erreichung von nachhaltigen Produktionswegen (SDG 12) ebenso wie zur Bewahrung von Ökosystemen (SDG 15) beitragen.

Die Organisationsstruktur unseres Einkaufs richten wir kon­tinuierlich an sich verändernden Verhältnissen im Markt aus. Die Beschaffung organisieren wir dezentral in unseren Segmenten Scent & Care, Flavor und Nutrition, um Einkaufsprozesse gezielter steuern und die Versorgungskette kontinu­ierlich ­optimieren zu können.

Unser langfristiges Ziel ist es, alle Rohstoffe nachhaltig zu beziehen. 2016 haben wir eine neue Symrise Sourcing Policy erarbeitet, die konzernweite Gültigkeit besitzt. Mit der gesamthaften Beschreibung unserer Ziele, Ansprüche und Instrumente dient sie vor allem als Referenzdokument für Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter. Für verschiedene Rohstoffe, die hohen Risiken ausgesetzt sind, haben wir darüber hinaus spezifische Policies etabliert, beispielsweise im Falle von Palm­öl.

Viele der Herausforderungen in der Lieferkette können wir nicht im Alleingang lösen. Wir setzen deswegen in zunehmendem Maße auf Branchenkooperationen und vorwettbewerb­liche Ansätze, bei denen wir gemeinsam mit anderen Akteuren an langfristig tragfähigen Lösungen arbeiten. Dazu zählen ­unter anderem unsere Mitgliedschaften beim Roundtable on Sustainable Palm Oil oder bei der Sustainable Spices-Initiative.

Unser Ziel der nachhaltigen Beschaffung können wir dann am besten verfolgen und nachhalten, wenn wir direkten ­Einfluss auf unsere vorgelagerten Wertschöpfungsstufen ausüben können. Für unsere Schlüsselrohstoffe verfolgen wir deswegen das Ziel einer strategischen Rückwärtsintegration. Wie wir im Falle der Vanille-Produktion auf Madagaskar unter Beweis ­gestellt haben, können wir so unmittelbar Wert für alle Beteiligten schaffen: Wir arbeiten ganz gezielt im Rahmen unterschiedlicher gemeinschaftlicher Projekte an der Implementierung und Verbesserung von Umwelt- und Sozialstandards und können so für uns und unsere Kunden eine gleichbleibend hohe Qualität des Rohstoffs gewährleisten. Durch diesen integrativen Ansatz unterstützen wir lokale sozioökonomische Strukturen und können direkt die Einhaltung un­serer Prinzipien überwachen. Für die Rückwärtsintegration unserer Supply Chain haben wir eine Due Diligence-Unternehmensrichtlinie und entsprechende Prozesse definiert, die auch die Prüfung ökologischer und sozialer Risiken vorsehen.

Für weitere Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.

Einhaltung von Menschenrechten

Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte stellen eine unternehmerische Verantwortung explizit heraus. Denn die Aktivitäten von Unternehmen können sich auch unbeabsichtigt nachteilig auf Menschenrechte auswirken. Das trifft vor allem auf global operierende Konzerne mit komplexen Lieferketten zu. Besonders gefährdet von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten sind dabei Bevölkerungsgruppen, die im jeweiligen Land bereits ­marginalisiert und damit einem höheren Risiko ausgesetzt sind, etwa Kinder, Frauen und religiöse oder ethnische Minderheiten. Zugleich schwächt eine prekäre Menschenrechts­lage auch Unternehmen, denn ihr Erfolg ist von einem sta­bilen und berechenbaren Umfeld abhängig. Im Rahmen von SDG 8 werden menschenwürdige Arbeitsbedingungen als ­Voraussetzung für nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum betont.

Das Thema Menschenrechte wird bei Symrise von Corporate Sustainability verantwortet und mehrmals jährlich an den Vorstand berichtet. Mit der Unterzeichnung des Global Compact der Vereinten Nationen haben wir uns offiziell dazu bekannt, den Schutz der internationalen Menschenrechte zu unterstützen. Das gilt sowohl für unsere eigenen Mitarbeiter als auch für die Wahrung der Menschenrechte bei unseren externen Partnern.

Der Symrise Code of Conduct beschreibt weltweit die Regeln unseres Unternehmens zum Thema Menschenrechte. Die Vorgaben werden in unserem Integrierten Managementsystem (IMS) weltweit umgesetzt, das auf den Vorgaben der ­konzernweit verbindlichen Norm Social Accountability 8000 (SA 8000) beruht. Diese basiert auf den Konventionen der ­International Labour Organization (ILO), der Universal De­claration of Human Rights sowie der UN-Konvention für ­Kinderrechte. Wir begrüßen und unterstützen ausdrücklich entsprechende Gesetzgebungen gegen Zwangsarbeit oder Menschenhandel, wie den California Transparency in Supply Chains Act oder den UK Modern Slavery Act. Die Missachtung von Arbeitnehmerrechten oder von Bestimmungen zur Arbeitssicherheit ist in jeder Form illegal und wird bei Symrise nicht toleriert. Die Einhaltung dieser Vorgaben zur sozialen Verantwortung wird uns in regelmäßigen Abständen durch unabhängige Auditfirmen bestätigt.

Auch von unseren Lieferanten und Geschäftspartnern fordern wir die Wahrung der allgemeinen Menschenrechte. Bevor ein neuer Lieferant als Geschäftspartner aufgenommen wird, ist die schriftliche Bestätigung zum Erhalt und der Einhaltung der Vorgaben des Symrise Code of Conduct vorzulegen. Die internationale Plattform der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ist ein wertvolles Werkzeug, mit dem wir Lieferanten leichter beurteilen und unsere eigenen Daten gegenüber Kunden offenlegen können. Seit 2006 veröffentlichen wir auf der Plattform Informationen zu Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechten, Gesundheit und Sicherheit, Umwelt und ethischen Geschäftspraktiken. Mittlerweile sind alle Produktionsstandorte von Symrise bei SEDEX erfasst. Seit 2012 haben wir unsere wichtigsten Lieferanten dazu aufgefordert, sich bei SEDEX zu registrieren und dort ihre Daten offenzulegen. Bei Lieferanten mit besonders ausgeprägtem Risiko, kritischen Rohstoffen oder in der Bewertung offenkundig gewordenen Problemen führen wir Audits durch. Unser Ansatz zur Rückwärtsintegration (siehe Verantwortungsvolle Beschaffung) ermöglicht uns darüber hinaus, auf die Einhaltung unserer Prinzipien direkt Einfluss zu nehmen.

Schon seit 2010 werden in dreijährigen Abständen alle Symrise Produktionsstandorte basierend auf dem SEDEX SMETA 4 ­pillar Standard extern auditiert. Darüber hinaus lassen Kunden ihre eigenen Standards zu sozialen Aspekten von externen Zertifizierungsgesellschaften an ausgewählten Symrise Standorten auditieren.

Tierwohl

Tiere dienen dem Menschen auf vielfältige Weise, etwa als Nutztiere in der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion, oder als Versuchstiere in wissenschaftlichen Experimenten. Eine nicht artgerechte Haltung kann zu Krankheiten, Schmerzen, Stress und Verhaltensstörungen und damit zu unnötigem Leiden führen. Im Geschäftsbereich Diana sind Geflügel, Schwein, Rind und Fisch wesentliche Bestandteile der Produkte im Bereich Tiernahrung. Zugleich hält Diana selbst Katzen und Hunde zum Testen der Tiernahrung. Ein unverantwortlicher Umgang könnte für Symrise zu einem Reputationsverlust bei Stakeholdern führen. Ein nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Tier ist auch Bestandteil von SDG 2 und 14.

Das Thema Tierwohl wird bei Symrise zum überwiegenden Teil von dem Geschäftsbereich Nutrition geführt und verantwortet und über das Sustainability Board mehrmals jährlich an den Vorstand berichtet. Wir arbeiten aktuell an einer Policy zum Thema Tierwohl, die den Umgang mit Tieren und den Bezug tierischer Rohstoffe global regelt.

Tierische Rohstoffe und Nebenprodukte beziehen wir ausschließlich von Lieferanten, welche mindestens europäische Gesetze beziehungsweise lokale Bestimmungen bezüglich Tierschutz und Tierwohl einhalten. Hierzu werden gewöhnlich nur sogenannte „Nebenströme“ (zumeist Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie) verwendet, wodurch höchste Rohstoff­effizienz gewährleistet und Nahrungsmittelabfälle vermieden werden. Gemeinsam mit anderen Unternehmen gründeten wir zudem 2015 den U.S. Roundtable for Sustainable Beef. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Rindfleisch-Wertschöpfungskette.

Die Hunde und Katzen, die von der Symrise Tochtergesellschaft Diana gehalten werden, werden primär für Geschmackstests eingesetzt. Viele Mitarbeiter besitzen das „Certificat de capacité“, eine professionelle Zertifizierung, die von den französischen Behörden ausgestellt wird und sie für den verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren qualifiziert. Bei der Auswahl werden Rassen bevorzugt, die nicht zu Gesundheits- oder Verhaltensproblemen neigen. Hunde und Katzen haben einen permanenten Zugang zu einem kleinen Freigehege und zu frischem Wasser und werden regelmäßig gefüttert. Im Fall von längeren Tiertransporten wird ein spezieller LKW eingesetzt, der mit Temperaturüberwachung und Lüftung ausgestattet ist. Zudem werden die Tiere von Tierärzten betreut und falls nötig, von diesen medikamentös versorgt. Nach einigen Jahren stehen die Hunde und Katzen zur Adoption frei.

Care

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Arbeitsunfälle, etwa durch ungenügend abgesicherte Arbeitsplätze, und arbeitsbedingte Erkrankungen, beispielsweise durch Stress oder eine fehlende ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, führen zu individuellen Belastungen und können die Motivation von Einzelnen oder von Teams negativ beeinflussen. Für das Unternehmen entstehen teure Ausfallzeiten und die Produktivität des Unternehmens wird gemindert. Unsere konsequente Ausrichtung in der Personalpolitik als „Employer of Choice“ umfasst deswegen auch die Fürsorge für die Gesundheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Damit unterstützen wir aktiv die Erreichung des Ziels zu Gesundheit und Wohlbefinden (SDG 3) sowie bezüglich menschenwür­diger Arbeitsbedingungen (SDG 8).

Unsere Tochterfirma TESIUM bündelt unsere Kompetenz rund um die Themen Technik, Sicherheit und Umwelt. Sie stellt ­sicher, dass in allen Unternehmensbereichen die höchsten Maß­stäbe erfüllt werden. Alle unsere weltweiten Standorte folgen verbindlich den Corporate Guidelines, die eine mit dem Vorstand abgestimmte Vorgehensweise zu Sicherheit der Anlagen, Schutz von Mitarbeitern und Umwelt beinhalten. Aufgrund der unterschiedlichen ­Gegebenheiten und Bedürfnisse vor Ort werden die konkreten Maßnahmen von den Standorten eigenverantwortlich über ­entsprechende Systeme und Arbeitsgruppen gesteuert.

Gesundheits- und Arbeitsschutzthemen werden bei Symrise über unsere Corporate Guidelines und über den Code of Conduct geregelt, die weltweite Gültigkeit besitzen. Darüber ­hinaus enthält der für Symrise in Deutschland geltende Tarif­vertrag, abgeschlossen mit der Gewerkschaft IG Bergbau, ­Chemie und Energie, Regelungen zur Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz. Darin wird auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft zum Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter geregelt.

An allen unseren Standorten haben wir ein umfangreiches Maßnahmensystem eingerichtet, das durch schriftliche Verfahrensregeln mögliche Gefahren zu identifizieren hilft und den Umgang mit gefährlichen Substanzen regelt. Eine vollständige Liste aller vor Ort verwendeten Chemikalien inklusive des jeweiligen Sicherheitsdatenblatts wird in der jeweiligen Sprache bereitgestellt. Jeder Produktionsstandort verfügt über einen Ausschuss zur Arbeitssicherheit, dem sowohl das Management als auch Beschäftigte angehören. Alle Mitarbeiter erhalten für ihre Tätigkeiten maßgeschneiderte Gesundheits- und Sicherheitstrainings. Entsprechende Erste-Hilfe-Einrichtungen für Notfälle stehen zur Verfügung.

Die Überprüfung der Wirksamkeit unserer Maßnahmen findet durch regelmäßige interne Audits, basierend auf der ISO 19011, statt. Wiederkehrende externe Audits von Kunden, Behörden und unabhängigen Zertifizierungsunternehmen belegen die kontinuierliche Verbesserung unserer Managementsysteme. Außerdem verfügen wir über ein monatliches Berichtswesen, das den Stand und die Entwicklung unserer Bemühungen um Arbeitssicherheit aufzeigt. Die 2017 am häufigsten aufgetretenen Verletzungsarten waren Prellungen oder Brüche, Reizungen beziehungsweise Verätzungen sowie Schnitte oder Stiche. Zur Verbesserung der weltweiten Leistungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wurde 2017 das Konzept der Null-Unfall-Kultur eingeführt. Wesentliche Bestandteile dieses Programms sind spezielle Workshops zur Null-Unfall-Kultur der oberen und mittleren Führungskräfte sowie Management Safety Visits für die erste und zweite Führungsebene der gesamten Organisation. Die Durchführung von Schulungen zur Steigerung des Arbeitssicherheitsbewusstseins wird ab 2018 verpflichtend in die persönliche Zielvereinbarung von Führungskräften aufgenommen.

Durch unsere Maßnahmen zur vorbeugenden Gesundheitsvorsorge unterstützen wir unsere Mitarbeiter in einer ganzheitlichen gesunden Lebensführung. Bereits vor der Einstellung von neuen Mitarbeitern führen wir weltweit medizinische Untersuchungen durch und veranlassen Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise Schutzimpfungen.

Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen rund um das Thema Gesundheit genauso wie die Förderung von Vielfalt in der Belegschaft oder die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ist uns ein Anliegen. Aufklärung über gesunde Ernährung sowie gesunden Schlaf oder das Angebot von Massagen ergänzen diese Vorsorgemaßnahmen. Durch unser weltweites Sensibilisierungs- und Interventionsprogramm „symply healthy“ unterstützen wir unsere Mitarbeiter, beispielsweise durch gezielte Rauchentwöhnungspro­gramme, bei einem bewussten Umgang mit ihrer Gesundheit.

Für konkrete Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.

Anlagensicherheit

Branchenbedingt besitzt das Thema Anlagensicherheit bei Symrise eine hohe Bedeutung, insbesondere für unsere Standortgemeinden. Negative Auswirkungen können durch Störfälle oder Leckagen in unseren Anlagen entstehen, die Gefahren für Mensch und Umwelt darstellen können. Eine nachhaltige Industrialisierung und verantwortungsvolle Infrastruktur ist wichtiger Bestandteil von SDG 9.

Aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten und Be­dürf­nisse vor Ort werden die konkreten Maßnahmen und Pro­gramme von den Standorten eigenverantwortlich über entsprechende Systeme und Arbeitsgruppen gesteuert. Un­sere Tochterfirma TESIUM bündelt unsere Kompetenzen rund um die Sicherheit unserer Anlagen und gewährleistet den Schutz von Mitarbeitern, Umwelt und Standortgemeinden in Deutschland. Alle unsere weltweiten Standorte folgen verbindlich den Corporate Guidelines, die eine mit dem Vorstand abgestimmte Vorgehensweise zu Sicherheit der Anlagen, Schutz von Mitarbeitern und Umwelt beinhalten.

Primäre Ziele sind die langfristige Betriebssicherheit, Umwelt­effizienz sowie die Wirtschaftlichkeit der Produktionsanlagen. Dafür halten Corporate Guidelines Sicherheitsstandards fest, die für alle unsere Produktionsstätten weltweit gleichermaßen gelten. Unser Tochterunternehmen TESIUM gewährleistet, dass die Anlagen unseren Sicherheitsansprüchen ­gerecht werden. Dazu gehört das Erstellen systematischer ­Sicherheitsbetrachtungen, Störfallkonzepte, Sicherheitsberichte, Alarm- und Gefahrenabwehrpläne sowie Information der ­Öffentlichkeit. Ein wesentliches Instrument ist zudem die Total Productive Maintenance. Auf dieser Basis erarbeiten Symrise Mitarbeiter kontinuierlich Lösungen und Verbesserungen in hierarchieübergreifenden Teams.

Vielfalt und Chancengleichheit

Als globales Unternehmen mit fast 9.400 Mitarbeitern ist ­Erfolg in unterschiedlichen Märkten nur möglich, wenn Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen in Bezug auf Geschlecht, Nationalität und Alter auf nationaler und internationaler Ebene respektvoll miteinander arbeiten und voneinander lernen. Opfer von Diskriminierung fühlen sich verletzt, verunsichert und ausgegrenzt, was zum sozialen Rückzug führen kann. Dulden Unternehmen Diskriminierung, gefährden sie die Zufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeiter und damit ihre Attraktivität am Arbeitsmarkt. Unternehmen, die hingegen Vielfalt fördern, profitieren erwiesenermaßen von kreativeren Teams und produktiveren Arbeitsergebnissen. Die Inklusion von Menschen in ihrer Vielfalt ist wichtiger ­Bestandteil von SDG 8, während SDG 5 speziell die Relevanz der Gleichbehandlung von Frauen und Männern betont.

Das Thema Vielfalt & Chancengleichheit wird bei Symrise von Group Human Ressources verantwortet. Die Fortschritte in unserer Diversity-Personalpolitik dokumentieren wir durch unser jährliches Diversity Reporting, das unsere großen ­Standorte und damit rund 80 % unserer Belegschaft erfasst.

Symrise bekennt sich bewusst zu einer Personalpolitik, die Vielfalt im Unternehmen als einen Wert für Kreativität und Integrität betrachtet. Dazu gehören die Förderung von Vielfalt in der Belegschaft, die dedizierte Förderung junger Familien durch eine familienorientierte Personalpolitik und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Der Vorstand von Symrise hat im Jahr 2017 ein klares Bekenntnis zur Förderung der Vielfalt abgegeben.

Durch unsere familienorientierte Personalpolitik zur Unterstützung junger Frauen und deren Familien, durch einen bewusst überproportionalen Anteil an Frauen in unserem Future Generation Leadership Development und der gezielten Ein­stellung von Frauen bei gleicher Qualifikation setzen wir unser Diversity-Bekenntnis in konkrete Maßnahmen um. Eine geschlechtsunabhängige Entlohnung ist für uns selbstverständlich. In vielen Ländern regeln Tarifverträge die Vergütung. Über Entgeltgruppen stellen wir sicher, dass geschlechtsspezifische Unterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ausgeschlossen sind. Im außertariflichen Bereich sorgt unser Job Grade-­Modell für Transparenz und Gerechtigkeit in der Vergütung.

Durch die Unterzeichnung der „Women Empowerment Princi­ples“ haben wir zudem die Grundsätze der Chancengleichheit für Frauen weltweit anerkannt und als Richtschnur für alle unsere Führungskräfte global vorgegeben. Darüber hinaus beruht unser Integriertes Managementsystem auf den Vorgaben der konzernweit verbindlichen Norm Social Accountability 8000 (SA 8000). Diese basiert auf den Konventionen der International Labour Organization (ILO), der Universal Declaration of Human Rights sowie der UN-Konvention für Kinderrechte. Humane Arbeitspraktiken, eine menschenwürdige Beschäftigung und die Berücksichtigung sozialer Aspekte der Beschäf­tigung sind Grundlagen für unser Handeln an allen Standorten.

Auch unsere gut 70 Expatriates, die aus dem Ausland kommen und hier in Deutschland zeitweise arbeiten, fördern unsere nationale und kulturelle Vielfalt im Lande.

Für konkrete Ziele und Ergebnisse siehe Erfolgsbilanz, Ziele und Maßnahmen.